Das Wichtigste in Kürze Was ist Glutathion? Ein kleines Molekül aus drei Aminosäuren, das der Körper in seinen Zellen selbst bildet. Glutathion ist an vielen Abläufen in der Zelle beteiligt, unter anderem am Abfangen reaktiver Sauerstoffverbindungen. Glutathion steckt auch in Lebensmitteln, etwa in Spargel, Avocado und Spinat. In neueren Studien stiegen die Glutathionwerte im Blut nach sechs Monaten Einnahme, mit einer liposomalen Form schon nach zwei Wochen. Eine zugelassene Gesundheitsaussage gibt es für Glutathion in der EU nicht. Was ist Glutathion? Glutathion ist ein Tripeptid, also eine kleine Verbindung aus drei Aminosäuren: Glutamat, Cystein und Glycin. Der Körper baut es in zwei Schritten direkt in der Zelle zusammen.1 Glutathion kommt in allen Geweben vor. Unter den kleinen schwefelhaltigen Molekülen ist es das häufigste in unseren Zellen.2 Wie viel Glutathion eine Zelle bilden kann, hängt unter anderem davon ab, wie viel Cystein zur Verfügung steht.1,2 Eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß ist deshalb wichtig für den Glutathionhaushalt.1 Das Cystein erklärt auch, warum Glutathion oft in einem Atemzug mit N-Acetylcystein (NAC) genannt wird: NAC ist eine Vorstufe von Cystein.1 Wofür braucht der Körper Glutathion? Glutathion gehört zum zelleigenen System, das reaktive Sauerstoffverbindungen abfängt. Außerdem ist es am Umbau körperfremder Stoffe beteiligt, damit der Körper sie ausscheiden kann.1,2 Auch im Nährstoffwechsel und bei der Signalübertragung in der Zelle spielt es eine Rolle.1 Das alles gilt für das Glutathion, das der Körper selbst herstellt. Daraus lässt sich nicht ableiten, was eingenommenes Glutathion bewirkt. Für Glutathion als Nahrungsergänzung gibt es in der EU keine zugelassene Gesundheitsaussage. Gefragt ist Glutathion trotzdem, gerade weil es im Stoffwechsel so zentral ist. Für viele lautet die Frage deshalb: Kommt eingenommenes Glutathion überhaupt im Blut an? Genau das haben mehrere Studien untersucht. In welchen Lebensmitteln steckt Glutathion? Glutathion kommt auch in der Nahrung vor. Eine Übersichtsarbeit nennt Spargel, Avocado, Gurke, grüne Bohnen und Spinat als Lebensmittel mit vergleichsweise viel Glutathion.3 Ob Glutathion aus Lebensmitteln die Werte im Körper verändert, ist nach derselben Arbeit noch nicht geklärt.3 Für die eigene Herstellung braucht der Körper vor allem schwefelhaltige Aminosäuren wie Cystein. Diese stecken in eiweißreichen Lebensmitteln.1,3 Kommt eingenommenes Glutathion im Körper an? Die ersten Studien sprachen dagegen. In einer Untersuchung von 1992 erhielten sieben gesunde Freiwillige einmalig rund 3 Gramm Glutathion. In den folgenden viereinhalb Stunden stieg der Glutathionwert im Blutplasma nicht nennenswert an.4 Die Forscher erklärten das mit Enzymen in Darm und Leber, die Glutathion aufspalten.4 Auch in einer Studie mit 40 gesunden Erwachsenen, die vier Wochen lang zweimal täglich 500 mg einnahmen, veränderten sich die Glutathionwerte in den roten Blutkörperchen nicht. Messwerte für oxidativen Stress blieben ebenfalls gleich.5 Eine längere Studie kam zu einem anderen Ergebnis: 54 Nichtraucher nahmen sechs Monate lang täglich 250 oder 1000 mg Glutathion oder ein Placebo. Die Werte im Blut stiegen mit beiden Mengen. Mit 1000 mg lagen sie in roten Blutkörperchen, Blutplasma und Lymphozyten (einer Gruppe weißer Blutkörperchen) nach sechs Monaten um 30 bis 35 Prozent über dem Ausgangswert.6 Einen Monat nach dem Absetzen waren sie wieder auf dem alten Stand.6 Liposomales Glutathion: Wofür die Hülle? Bei liposomalem Glutathion ist der Stoff in Liposomen eingeschlossen, winzigen Bläschen aus Phospholipiden. Die Idee dahinter: Die Hülle soll Glutathion auf dem Weg durch Magen und Darm vor dem Abbau schützen und so die Bioverfügbarkeit verbessern. Wie Liposomen aufgebaut sind, erklären wir im Beitrag Was sind Liposomen? Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen. In einer Pilotstudie nahmen zwölf gesunde Erwachsene einen Monat lang täglich 500 oder 1000 mg liposomales Glutathion. Schon nach einer Woche waren die Glutathionwerte gestiegen, nach zwei Wochen lagen sie im Vollblut um bis zu 40 Prozent über dem Ausgangswert.7 Eine Placebogruppe gab es nicht, und die Studie wurde vom Hersteller des Präparats finanziert.7 30 bis 35 %höhere Glutathionwerte im Blut nach sechs Monaten mit 1000 mg täglich.6 bis 40 %mehr Glutathion im Vollblut nach zwei Wochen mit einer liposomalen Form.7 Gut zu wissen Die Studien zur Einnahme sind klein und unterschiedlich aufgebaut. Sie messen Glutathion im Blut, nicht das Befinden. Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Was heißt das für Sie? Glutathion ist ein körpereigener Stoff mit vielen Aufgaben in der Zelle. Ob eingenommenes Glutathion im Blut ankommt, war lange offen: Nach einer einmaligen Dosis und nach vier Wochen fanden Forscher keinen Anstieg.4,5 Nach sechs Monaten Einnahme und mit liposomalem Glutathion schon nach zwei Wochen lagen die Werte dagegen höher.6,7 Bei Melinava gibt es liposomales Glutathion. Häufige Fragen Für was ist Glutathion gut?Im Körper ist Glutathion an vielen Abläufen beteiligt, etwa am Abfangen reaktiver Sauerstoffverbindungen und am Umbau körperfremder Stoffe.1,2 Für Glutathion als Nahrungsergänzung gibt es in der EU aber keine zugelassene Gesundheitsaussage. Studien messen bisher vor allem, ob die Glutathionwerte im Blut steigen. Warum ist Glutathion so wichtig?Glutathion kommt in allen Geweben vor und ist in den Zellen das häufigste kleine schwefelhaltige Molekül.2 Deshalb gilt es in der Forschung als zentraler Teil des Zellstoffwechsels. Was Studien zur Aufnahme genau untersuchen, lesen Sie in Glutathion zum Einnehmen: Was Studien zur Aufnahme untersuchen. Liposomales Glutathion: Wofür?Die liposomale Form soll Glutathion auf dem Weg durch den Verdauungstrakt schützen. In einer kleinen Studie stiegen die Glutathionwerte im Blut damit innerhalb von zwei Wochen.7 Wann Sie Glutathion einnehmen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Einnahmezeitpunkt. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Quellen Wu G, Fang YZ, Yang S, Lupton JR, Turner ND (2004). Glutathione metabolism and its implications for health. The Journal of Nutrition 134(3):489-492. DOI Lu SC (2013). Glutathione synthesis. Biochimica et Biophysica Acta 1830(5):3143-3153. DOI Minich DM, Brown BI (2019). A Review of Dietary (Phyto)Nutrients for Glutathione Support. Nutrients 11(9):2073. DOI Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH (1992). The systemic availability of oral glutathione. European Journal of Clinical Pharmacology 43(6):667-669. DOI Allen J, Bradley RD (2011). Effects of oral glutathione supplementation on systemic oxidative stress biomarkers in human volunteers. The Journal of Alternative and Complementary Medicine 17(9):827-833. DOI Richie JP, Nichenametla S, Neidig W, et al. (2015). Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. European Journal of Nutrition 54(2):251-263. DOI Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, et al. (2018). Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. European Journal of Clinical Nutrition 72(1):105-111. DOI