Das Wichtigste in Kürze Was hilft gegen Sodbrennen? Oft schon kleine Änderungen: kleinere Portionen, kein spätes Abendessen, ein erhöhtes Kopfende und bei Übergewicht ein paar Kilo weniger. Reicht das nicht, gibt es wirksame Medikamente. Welches passt, klären Sie in der Arztpraxis oder Apotheke. Schluckbeschwerden, ungewollter Gewichtsverlust, Anzeichen einer Blutung oder Brustschmerz gehören rasch in ärztliche Hände. Magnesium steckt in manchen Mitteln gegen Sodbrennen. Als Nahrungsergänzung hat es andere Aufgaben, etwa für Muskeln und Nerven. Nach einem üppigen Essen brennt es hinter dem Brustbein, manchmal steigt ein saurer Geschmack in den Mund. In westlichen Ländern haben bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder solche Beschwerden.1 Meist ist das harmlos, aber lästig. Hier lesen Sie, was hilft gegen Sodbrennen, was Studien zu den bekannten Tipps sagen und wann Sie ärztlichen Rat brauchen. Was ist Sodbrennen, und was sind Reflux-Symptome? Am Übergang von der Speiseröhre zum Magen sitzt ein Verschluss. Er öffnet sich beim Schlucken und schließt danach wieder. Lockert er sich, etwa wenn der Magen nach einer großen Mahlzeit stark gedehnt ist, steigt Magensaft nach oben und reizt die Schleimhaut der Speiseröhre.1 Das spüren Sie als Brennen, das vom Oberbauch oder hinter dem Brustbein Richtung Hals zieht.1 Tritt das sehr oft oder sehr stark auf, spricht man von einer Refluxkrankheit. Typisch sind neben dem Sodbrennen saures Aufstoßen, Schluckbeschwerden, ein Brennen im Rachen oder ein schlechter Geschmack im Mund.1 Auch Reizhusten oder Heiserkeit können dazugehören, wenn Magensaft die Atemwege reizt.1 Woher kommt Sodbrennen? Warum der Verschluss nicht richtig schließt, bleibt oft unklar. Bei manchen Menschen ist ein Zwerchfellbruch die Ursache, bei dem ein Teil des Magens nach oben rutscht.1 Fachleute diskutieren außerdem, ob Übergewicht, Rauchen und Alkohol eine Rolle spielen.1 Viele Betroffene merken, dass Stress, bestimmte Speisen, Vorbeugen oder Hinlegen die Beschwerden verstärken.1 Auch manche Medikamente können Sodbrennen verstärken.1 Setzen Sie ein verordnetes Mittel deshalb nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie Ihre Beschwerden in der Praxis an. Was hilft gegen Sodbrennen im Alltag? Wie gut einzelne Verhaltensänderungen helfen, ist nicht für jeden Tipp gut untersucht.2 Einen Versuch sind sie trotzdem wert, denn sie kosten wenig. Die deutlichsten Belege gibt es für das Abnehmen bei Übergewicht und für Maßnahmen gegen nächtliches Sodbrennen.3 Bei Übergewicht abnehmen: In zwei Studien sank danach der Anteil der Zeit, in der Säure in der Speiseröhre messbar war, etwa von 8,0 auf 5,5 Prozent.3 Kleinere Portionen essen: Sehr große oder kalorienreiche Mahlzeiten können Beschwerden auslösen.2 Auslöser testen: Oft vertragen Betroffene einzelne Lebensmittel schlecht, etwa Kaffee, Schokolade, fettige oder scharf gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte oder Getränke mit Kohlensäure.2 Lassen Sie diese probeweise weg und beobachten Sie, was sich ändert. Weniger Alkohol, nicht rauchen: Beides kann sich lohnen.2 In einer großen Beobachtungsstudie hatten normalgewichtige Menschen nach dem Rauchstopp weniger Refluxbeschwerden.3 Aufrecht bleiben: Bleiben Sie während und nach dem Essen eine Weile aufrecht, statt sich gleich hinzulegen.4 Nicht jeder Tipp hilft jedem. Auch schlanke Menschen, die fettarm essen, können Sodbrennen haben.2 Es braucht oft etwas Geduld, bis Sie Ihre persönlichen Auslöser kennen.2 Was tun bei Sodbrennen in der Nacht? Viele Menschen wachen nachts mit Brennen in der Speiseröhre auf.2 Dann lohnt ein Blick auf den Abstand zwischen Abendessen und Bett. In einer Studie mit 147 Refluxpatienten und 294 Vergleichspersonen hatten Menschen, die weniger als drei Stunden nach dem Abendessen schlafen gingen, eine etwa 7,5-fach höhere Chance, zur Refluxgruppe zu gehören, als bei vier Stunden oder mehr.5 Das zeigt einen Zusammenhang, beweist aber noch keine Ursache. In Studien mit Messungen war nach einem späten Abendessen im Liegen länger Säure in der Speiseröhre als nach einem frühen.3 Ein erhöhtes Kopfende des Bettes senkte den Anteil der Liegezeit mit Säurekontakt von 21 auf 15 Prozent.3 Manche Menschen legen sich außerdem lieber auf die linke Seite, weil der Magenverschluss dann oben liegt.2 Wie lässt sich Magensäure reduzieren? Reichen die Maßnahmen im Alltag nicht, kommen Medikamente infrage. Protonenpumpenhemmer bremsen die Bildung von Magensaft und gelten in der Leitlinie für Ärzte als medikamentöse Behandlung der ersten Wahl.2,4 In Studien hatten nach zwei bis acht Wochen 70 von 100 Menschen damit kaum noch Sodbrennen, mit einem Scheinmedikament (Placebo) 25 von 100.2 Daneben gibt es Mittel, die Säure im Magen binden (Antazida), und solche, die die Ausschüttung von Magensaft auf anderem Weg verringern.2 Einige davon sind in der Apotheke ohne Rezept erhältlich.2 Welches Mittel zu Ihnen passt und wie lange Sie es nehmen, besprechen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke. Magnesium bei Sodbrennen: Was ist dran? In manchen Mitteln gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen steckt Magnesium.6 Solche Antazida sollen Magensäure binden und neutralisieren.2 Ein Magnesiumpräparat zur Nahrungsergänzung ist dafür nicht gedacht, und zu Sodbrennen gibt es für Magnesium keine zugelassene EU-Aussage.7 Die zugelassenen Aussagen betreffen andere Bereiche: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.7 Es trägt außerdem zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.7 Wenn Sie Ihre Magnesiumversorgung aus diesen Gründen ergänzen möchten, eignet sich zum Beispiel unser Liposomales Magnesium in Kapseln. Welche Magnesiumformen es gibt, zeigt unser Beitrag Magnesiumformen im Vergleich. Nehmen Sie bereits ein magnesiumhaltiges Mittel gegen Sodbrennen, fragen Sie in der Apotheke, ob ein zusätzliches Präparat dazu passt. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Wann sollten Sie mit Sodbrennen zum Arzt? Gelegentliches Sodbrennen nach einem großen Essen ist meist harmlos.1 Haben Sie es sehr oft oder stark, oder bessert es sich trotz Umstellung nicht, lassen Sie es ärztlich abklären. Rasch in die Praxis gehören diese Warnzeichen:4 Schluckbeschwerden ungewollter Gewichtsverlust Anzeichen einer Blutung im Magen-Darm-Bereich, etwa Blut im Stuhl Gut zu wissen Brustschmerz kann sich wie Sodbrennen anfühlen, aber auch vom Herzen kommen.4 Bei plötzlichem, starkem Brustschmerz oder Atemnot rufen Sie sofort den Notruf 112. Häufige Fragen Welche Hausmittel helfen bei Sodbrennen?Als Hausmittel im weiteren Sinn gelten die Schritte aus diesem Ratgeber: kleinere Portionen, kein spätes Abendessen, das Kopfende des Bettes höher stellen und persönliche Auslöser meiden.2 Wenn Sie andere Hausmittel ausprobieren, achten Sie darauf, ob sie Ihnen wirklich guttun. Bei häufigen Beschwerden sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis. Was tun bei Sodbrennen, wenn es gerade brennt?Bleiben Sie aufrecht und legen Sie sich nicht direkt hin.4 Säurebindende Mittel aus der Apotheke werden für die schnelle Linderung bei Bedarf eingesetzt.4 Kommt das Brennen immer wieder, lassen Sie die Ursache abklären. Wie kann ich Magensäure reduzieren?Magensäure ist für die Verdauung nötig.7 Sodbrennen entsteht, wenn Magensaft in die Speiseröhre steigt, weil der Verschluss am Mageneingang nicht richtig schließt.1 Die Bildung von Magensäure bremsen Medikamente, die Sie mit Ihrer Arztpraxis oder Apotheke abstimmen.2 Hilft Magnesium bei Sodbrennen?Magnesium steckt in manchen säurebindenden Mitteln gegen Sodbrennen.6 Für ein Magnesiumpräparat zur Nahrungsergänzung gibt es zu Sodbrennen keine zugelassene Aussage. Zugelassen ist unter anderem, dass Magnesium zu einer normalen Muskelfunktion beiträgt.7 Quellen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2024). Sodbrennen und Refluxkrankheit. gesundheitsinformation.de. Link Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2024). Wie wird Reflux behandelt? gesundheitsinformation.de. Link Ness-Jensen E, Hveem K, El-Serag H, Lagergren J (2016). Lifestyle Intervention in Gastroesophageal Reflux Disease. Clinical Gastroenterology and Hepatology 14(2):175-182.e3. DOI Katz PO, Dunbar KB, Schnoll-Sussman FH, Greer KB, Yadlapati R, Spechler SJ (2022). ACG Clinical Guideline for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease. The American Journal of Gastroenterology 117(1):27-56. DOI Fujiwara Y, Machida A, Watanabe Y, et al. (2005). Association between dinner-to-bed time and gastro-esophageal reflux disease. The American Journal of Gastroenterology 100(12):2633-2636. DOI National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements (2026). Magnesium: Fact Sheet for Health Professionals. Link Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (konsolidierte Fassung vom 17.05.2021). Link